Unser großes Abenteuer auf dem grünen Teppich der Crufts Main Arena 2026

Wir sind zurück – und ich muss es einfach sagen: Was für ein unglaubliches Erlebnis! Snooker und ich durften gemeinsam auf dem berühmten grünen Teppich der Crufts Main Arena stehen. Viele haben mir im Vorfeld gesagt: „Genieß es!“ Und ja, das hatte ich vor. Aber dass diese vier Minuten die kürzesten, intensivsten und vielleicht magischsten meines bisherigen Turnierlebens werden würden, hätte ich nicht erwartet.

Wochen der Vorbereitung – und der richtigen Entscheidungen

Die Zeit davor bestand aus vielen Überlegungen und noch mehr Trainingseinheiten. Wie bereitet man sich auf etwas vor, das man gar nicht wirklich nachstellen kann? Eine Fläche wie die der Main Arena gibt es hier nirgends – also mussten Snooker und ich generalisieren, flexibel bleiben, souverän mit Unvorhergesehenem umgehen lernen.
Ich habe an meiner eigenen Präsenz gearbeitet: klarere Kommandos, fließendere Bewegungen. Vor allem aber stand ein Thema im Zentrum unserer Vorbereitung: der Umgang mit Fehlern.
Mit einem kurzen „Schade“ zeigen, dass etwas nicht ganz passt, dann sofort eine zweite Chance anbieten – und die groß feiern. Diese Strategie hat sich als Gold wert erwiesen.

Der große Tag beginnt früh

Um 4:30 Uhr klingelte der Wecker. Um 6:30 Uhr waren wir in der Halle.
Zwischen 7:00 und 7:45 Uhr fand das gemeinsame Training aller Teams in der Main Arena statt. Snooker hat die vielen Hunde hervorragend ignoriert – das gezielte Üben zwischen Requisiten, Teams und dem allgemeinen Trubel war aber eine Herausforderung. Trotzdem konnte ich ihm alle wichtigen Bereiche im Ring zeigen. Mit Dirk habe ich anschließend unsere Requisiten-Positionen verfeinert – unterstützt durch eine maßstabsgerechte Zeichnung, die sogar die Stewards beeindruckte. Danach ging es für mich zurück ins Hotel: Gassi, umziehen, schminken – letzteres eine kleine Kunst für sich, die ich vorher extra geübt hatte.

Der Moment rückt näher

Um 10:50 Uhr das Briefing – um 11:50 Uhr ging es los. Mein Start war für ca. 12:30 angesetzt.
Die Stewards waren großartig: ruhig, herzlich, wahnsinnig professionell. Während Dirk Snooker hielt, legte ich gemeinsam mit den Stewards die Requisiten aus. Der Hinweis lautete: zügig arbeiten, aber nicht rennen. Gar nicht so einfach, wenn das Herz bis zum Hals schlägt!

Ein letztes Leckerchen am Ringeingang – und dann hieß es: Go!

Vier Minuten absolute Konzentration

Snooker sprang fröhlich mit mir in den Ring. Kein strenges „Fuß“, nur leichte Fokussierung – und das funktionierte perfekt. Ich nahm weder Publikum noch Sprecher wirklich wahr. Wir waren komplett in unserer Blase.

Die riesige Arena bedeutete für Snooker allerdings weniger Orientierung als gewohnt. Distanz-Sequenzen klappten daher nicht ganz so gut wie im Training – er wollte bei dieser Weite einfach näher bei mir bleiben. Aber sein Eifer, seine Motivation, besonders beim Apportieren – einfach herrlich.

Und dann passierte etwas, was in 2½ Jahren noch nie passiert war:
Snooker verhedderte sich beim Apportieren mit einem Vorderbein in der Maske. Doch anstatt irritiert stehenzubleiben, hüpfte er fröhlich auf drei Beinen weiter – Maske fest im Maul! – und versuchte sogar noch den nächsten Körpersprung mitzunehmen.

Hier war es wieder: unser wichtigstes Trainingsprinzip. Fehler abhaken. Weiter machen.
Zeit aufholen, ruhig werden, Fokus behalten. Und Snooker? Der machte einfach weiter, als wäre nichts gewesen.

In der Schlusspose zeigte er das Heulen diesmal nicht – in dieser Atmosphäre mit tausenden Zuschauern fehlte ihm der Mut, die Kehle „schutzlos“ zu zeigen. Aber ganz ehrlich: Das ist völlig okay.

Stolz ist gar kein Ausdruck

Für mich ist Snooker ein absoluter Held. Wie er gearbeitet hat, wie konzentriert und freudig er bei mir war, wie souverän er sich selbst aus einer schwierigen Situation befreit hat – das macht mich unsagbar stolz.

Und als wäre das nicht genug, wurden wir mit wundervollen 25,57 von 30 Punkten belohnt. Ein Moment, den ich nie vergessen werde.
Ein Abenteuer, das uns noch enger zusammengeschweißt hat.
Und ein Erlebnis, das mir zeigt: Genau deshalb liebe ich diesen Sport.

Von Herzen danke an all die wunderbaren Menschen, die dieses besondere Erlebnis erst möglich gemacht haben. Eure Unterstützung, Hilfe und Ermutigung bedeuten uns mehr, als Worte ausdrücken können.

Weitere Fotos folgen…